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<TITLE>Die Geschichte des Beethoven Gymasiums</TITLE>
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<BODY LINK="#0000ff" VLINK="#800080">
<FONT FACE="Georgia" SIZE=1><P ALIGN="JUSTIFY">&nbsp;</P>
</FONT><B><FONT FACE="Georgia" SIZE=3><P><A NAME="_Toc455767576">Vorgeschichte: Das Lyzeum</A></P>
</B></FONT><I><FONT FACE="Georgia" SIZE=2><P ALIGN="JUSTIFY">Ostern 1908 wurde eine H&ouml;here M&auml;dchenschule im Geb&auml;ude der 2. Gemeindeschule in der Seydlitzstra&szlig;e mit 38 Sch&uuml;lerinnen er&ouml;ffnet. Sie wurde von Rektor Noth nebenamtlich verwaltet und bereits 1910 - bei 130 Sch&uuml;lerinnen und 10 Lehrkr&auml;ften - zehnstufig als Lyzeum ausgebaut. Dem Rektor Noth blieb die Anerkennung seiner Verdienste um diese Schule wie auch um die Entwicklung des Lankwitzer Schulwesens im allgemeinen dadurch versagt, da&szlig; Ostern 1911 zum ersten Direktor des Lyzeums der Oberlehrer an der Kadettenanstalt in Gro&szlig;-Lichterfelde, Prof. Dr. Hermann Schirdewahn, berufen wurde.</P>
<P ALIGN="JUSTIFY"></P>
<P ALIGN="JUSTIFY"><center><IMG SRC="image2.jpg" ALT="Das Lyzeum 1914"></center>In den Jahren 1913/14 wurde f&uuml;r dieses Lyzeum ein neues Schulgeb&auml;ude, die sp&auml;tere Beethoven-Oberschule, eingerichtet, das aber wegen des Weltkrieges erst nach Neujahr 1918 von 285 M&auml;dchen mit ihren Lehrern bezogen werden konnte. Es ist ein wirkungsvoller, nach den Pl&auml;nen des Gemeindebaurats Fritz Freym&uuml;ller errichteter Monumentalbau an der Marienstra&szlig;e (jetzt Ruthstra&szlig;e), dem der Turm, eigentlich zur Beobachtung des Sternenhimmels bestimmt, sein Gepr&auml;ge gab. Die Innenausstattung war behelfsm&auml;&szlig;ig. Ein Seitenfl&uuml;gel verband das Hauptgeb&auml;ude mit der Festhalle in der Dillgesstra&szlig;e. Den Eingang zu ihr bildete eine sch&ouml;ne S&auml;ulenhalle, die an einen griechischen Tempel erinnerte. In der Festhalle befand sich ein Theaterraum, dem Lyzeum gleichzeitig als Aula dienend, und eine Turnhalle, die durch einen dorischen S&auml;ulengang von der Schule zu erreichen war. Zu beachten war ein in vier Felder geteilter Fries an der Nordseite der Festhalle.</P>
<P ALIGN="JUSTIFY"></P>
<P ALIGN="JUSTIFY">In Form eines Reliefs wurden die Musen der Musik, der Dichtkunst und des Tanzes durch Kinder dargestellt.</P>
<P ALIGN="JUSTIFY">Im letzten Feld waren Faune zu sehen, mit verzerrten Gesichtern, sich die Ohren zuhaltend, wahrscheinlich um dem Kindergeschrei zu entfliehen.</P>
<P ALIGN="JUSTIFY"></P>
<P ALIGN="JUSTIFY">Dem Lyzeum, das inzwischen von etwa 230 Sch&uuml;lerinnen besucht wurde, war eine Frauenschule mit einem Kindergarten angegliedert. Im Seitenfl&uuml;gel des Schulgeb&auml;udes waren seit Ostern 1923 die M&auml;dchen der 2. Mittelschule aus Steglitz gastweise untergebracht, w&auml;hrend sich die Knabenabteilung im Geb&auml;ude der 16. Volksschule befand.</P>
<P ALIGN="JUSTIFY">Der Hausfrauenverein Berlin-Lankwitz forderte 1924/25 eine Frauenschule mit gr&uuml;ndlicher &quot;Berufsausbildung der Hausfrau und Mutter und Durchgeistigung ihrer gesamten T&auml;tigkeit&quot;. Dieser Forderung stimmten im September 1926 die Bezirksverordneten zu. Die Schule hatte nun zwei Leiter: Direktor Dr. Wilhelm Ademeit f&uuml;r die Schule und Frau Oberin Valeska Schmidt f&uuml;r die Frauenschule. Direktor Ademeit beantragte 1929, statt der einj&auml;hrigen eine dreij&auml;hrige Frauenoberschule mit Abitur einzurichten; aber der Ausschu&szlig; f&uuml;r Planwirtschaft in Berlin lehnte ab. Der B&uuml;rgermeister von Steglitz und der Oberb&uuml;rgermeister der Stadt Berlin sorgten wenigstens - welch Dreistigkeit im Gerangel der Kompetenzen - f&uuml;r die Einrichtung einer Unterprima. Erst im November 1936 stimmte das Ministerium zu. Die Sch&uuml;lerinnenzahl der Frauenoberschule war inzwischen von 44 auf 190 M&auml;dchen gestiegen.</P>
<P ALIGN="JUSTIFY"></P>
<P ALIGN="JUSTIFY">Im August 1938 hie&szlig; das Lyzeum Auguste-Sprengel-Schule, benannt nach der 1920 verstorbenen P&auml;dagogin, die seit Anfang des Jahrhunderts in Berlin sozialp&auml;dagogisch t&auml;tig war. Ostern 1939 fand die erste Abiturpr&uuml;fung statt. Die Schule war nun eine komplette Oberschule f&uuml;r M&auml;dchen mit hauswirtschaftlichem Zweig. In ihr wurden 465 Sch&uuml;lerinnen unterrichtet. Insgesamt sollte die Schule zu sozialer Verantwortlichkeit erziehen.</P>
</I></FONT><B><FONT FACE="Georgia" SIZE=3><P>&nbsp;</P>
<P><center><IMG SRC="image1.jpg"></center></P>
</FONT><FONT FACE="Georgia" SIZE=1><P>&nbsp;</P>
</FONT><FONT FACE="Georgia" SIZE=3><P><A NAME="_Toc455767577">Die Schule im Nationalsozialismus</A></P>
</B></FONT><I><FONT FACE="Georgia" SIZE=2><P ALIGN="JUSTIFY">Direktor Dr. Ademeit hat in seinem Jahresbericht 1933 festgehalten - dieser Bericht ging &uuml;brigens auch an das Ministerium -, da&szlig; ein Kollege wegen grundloser Denunziation beim stellvertretenden Gauleiter gegen den Widerstand der Schule und Schulverwaltung versetzt worden sei und da&szlig; eine Kollegin entgegen der Forderung der Schule als &quot;Nichtarierin&quot; nicht Religion, Deutsch und Geschichte, sondern Rechnen, Franz&ouml;sisch und Biologie unterrichten m&uuml;sse. Er erw&auml;hnte auch, da&szlig; ein Elternbeirat aufgrund unterstellter &quot;sozialistischer&quot; Vorschl&auml;ge nach dem Ministererla&szlig; vom 3. Mai 1933 noch im Mai desselben Jahres ausscheiden mu&szlig;te. Es war Beschwerde von Seiten der Eltern eingegangen.</P>
<P ALIGN="JUSTIFY">Eine Studienr&auml;tin mu&szlig;te aus dem Dienst ausscheiden, weil ihr Mann Einkommensempf&auml;nger war. Frauen als &quot;Doppelverdiener&quot; verloren ihre Arbeit.</P>
<P ALIGN="JUSTIFY">1933 hatte die Schule 400 Sch&uuml;lerinnen, von ihnen waren 205 Mitglieder des Chores, 53 erhielten Instrumentalkunde, 61 nahmen am Werkunterricht teil, 57 &uuml;bten sich in Kurzschrift und die Ruderriege bestand aus 38 Sch&uuml;lerinnen. Die typisch schulbezogenen Aktivit&auml;ten liefen also 1933 weiter. Wie in fast allen Bereichen des t&auml;glichen Lebens beeinflu&szlig;te der Nationalsozialismus auch das Schulleben. Das Widerstreben im Kollegium gegen&uuml;ber den neuen Machthabern und Beh&ouml;rden war sp&uuml;rbar, aber ihrem Zugriff konnte die Schule sich nicht entziehen, zumal Sch&uuml;lerinnen, von denen am Ende des Schuljahres etwa ein Drittel dem &quot;BDM&quot; angeh&ouml;rten, und Eltern mit dem Regime sympathisierten. Von 20 Kollegen der Schule waren anfangs 5, sp&auml;ter unter Druck, weniger freiwillig, etwa gut die H&auml;lfte Mitglieder in der NSDAP. 1937 wurden die j&uuml;ngeren Kollegen nacheinander zu sechsw&ouml;chigen Milit&auml;r&uuml;bungen eingezogen. 1939 erkl&auml;rte der neue Oberstudiendirektor Dr. Fischer, da&szlig; es immer sein Bestreben sein werde, eine enge Verbindung der Schule mit der Partei und ihren Gliederungen herzustellen. In diesem Jahr sollten 87 % der Sch&uuml;lerinnen Jungm&auml;del oder Mitglieder im &quot;BDM&quot; gewesen sein.</P>
<P ALIGN="JUSTIFY"></P>
<P ALIGN="JUSTIFY">Seit dem 1. September 1939 mu&szlig;ten, weil Luftangriffe bef&uuml;rchtet wurden, die Lehrer in der unterrichtsfreien Zeit, auch nachts, Wachdienste durchf&uuml;hren. Auch mu&szlig;ten immer mehr Lehrer zum Wehrdienst. Aus Kohlemangel wurde die Schule im Sp&auml;therbst 1939 geschlossen. Lehrer und Sch&uuml;ler zogen in die Seydlitzstra&szlig;e um, wo schon seit 1910 ein Teil der Sch&uuml;ler der &uuml;berf&uuml;llten Schule unterrichtet wurde. Ostern 1940 kehrten alle ins eigene ins eigene Schulgeb&auml;ude zur&uuml;ck. Mit den zunehmenden Luftangriffen wurden die Kinder, begleitet von ihren Lehrern, f&uuml;r ein Jahr in Ferienlager geschickt.</P>
<P ALIGN="JUSTIFY"></P>
<P ALIGN="JUSTIFY">Im Winter 1941/42 mu&szlig;ten wieder verst&auml;rkt Nachtwachen gehalten werden, w&auml;hrend die Lehrer nun h&auml;ufiger bei zu sachfremden Dienstleistungen eingezogen wurden, sei es zum st&auml;dtischen Verwaltungsdienst, sei es zur Aufsichtsf&uuml;hrung auf den Ferienpl&auml;tzen. Schlie&szlig;lich vollzog sich die Aufl&ouml;sung des Kollegiums. Wer sich nicht freiwillig zur Wehrmacht meldete, wurde bald darauf von Amtswegen &quot;versetzt&quot;. Im Sommer 1943 wurde die 8. Volksschule geschlossen.</P>
<P ALIGN="JUSTIFY"></P>
<P ALIGN="JUSTIFY">Bereits 1942 war bei einem Bombenangriff die Turnhalle ausgebrannt. In der Nacht vom 23./24. August 1943 blieb zwar das rote Schulhaus von der Zerst&ouml;rung verschont, doch die Baracke nebenan stand sofort in Flammen. Auch das gelbe Schulhaus mit seinen acht Klassenzimmern, dem Werk- und Handarbeitsraum konnte nicht gerettet werden die Hauptwasserleitungen waren zerst&ouml;rt. Die Schule wurde nun vom Roten Kreuz genutzt, um Ausgebombte mit Essen zu versorgen.</P>
<P ALIGN="JUSTIFY"><center><IMG SRC="image3.jpg" ALT="Die ausgebrannte Aula 1943"><IMG SRC="image4.jpg"></center></P>
<P ALIGN="JUSTIFY">&nbsp;</P>
</I></FONT><B><FONT FACE="Georgia" SIZE=3><P>&nbsp;</P>
<P><A NAME="_Toc455767578">Die Nachkriegszeit</A></P>
</B></FONT><I><FONT FACE="Georgia" SIZE=2><P ALIGN="JUSTIFY">1945 wurde Frau Oberin Schmidt kommissarische Leiterin der Schule. Sie sollte den Unterricht organisieren, so gut es, den Verh&auml;ltnissen entsprechend, m&ouml;glich war. Die Lehrer, die sie zusammensuchte, besserten zun&auml;chst das Geb&auml;ude aus, so da&szlig; schon am 5. Juni 1945 74 Sch&uuml;lerinnen im Wechsel mit einem Realgymnasium wieder Unterricht erhielten. Am 3. August 1945 hatte die Schule 21 Klassen und 8 R&auml;ume, in denen 13 Lehrer unter schwierigen Bedingungen arbeiteten. Ihr k&ouml;rperlicher Zustand war zum Teil besorgniserregend; dies galt auch f&uuml;r die Sch&uuml;ler. Der Unterricht wurde vor- und nachmittags schichtweise erteilt. Er litt unter dem Mangel an Lehrern und an Lehrmitteln, aber noch mehr beeintr&auml;chtigt wurde er durch mangelndes Licht und fehlende Kohlen im Winter. Daher wurde der Unterricht ab und zu unterbrochen, damit vor allem die Sch&uuml;ler sich durch Turn&uuml;bungen im Klassenraum erw&auml;rmen konnten. </P>
<P ALIGN="JUSTIFY">Von den amerikanischen Streitkr&auml;ften wurden Schulspeisungen organisiert; die Sch&uuml;ler erhielten eine warme Mahlzeit und Vitamin-C-Tabletten. Die Lehrer wurden au&szlig;er bei Schulungs- und Umschulungsseminaren auch bei Viehz&auml;hlungen oder &ouml;ffentlichen Inventurpr&uuml;fungen in Lebensmittelgesch&auml;ften beansprucht. </P>
<P ALIGN="JUSTIFY">Im &quot;Blockadewinter&quot; 1948/49 belegte die &quot;P&auml;dagogische Akademie West&quot; das Geb&auml;ude. Sch&uuml;lerinnen und Lehrer mu&szlig;ten zur Schule an der Seydlitzstra&szlig;e ausweichen.</P>
<P ALIGN="JUSTIFY">1948 wurde die Auguste-Sprengel-Schule umbenannt in 8. Oberschule Wissenschaftlichen Zweiges und nahm von 1950 an auch Jungen auf. In diesem Jahr &uuml;bergab Frau Oberin Schmidt die Leitung der Schule an Herrn Direktor Zabrocki. Bis 1951 waren 13 Klassen in der Schulstra&szlig;e, 4 in der P&auml;dagogischen Hochschule und 3 der Barbarastra&szlig;e untergebracht. Erst 1953 h&ouml;rte der Schichtunterricht auf, 1954 wurde die Turnhalle des Gymnasiums aufgebaut. Das &quot;neusprachlich-mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium&quot; erhielt auf eigenen Wunsch 1954 den Namen &quot;Beethoven-Oberschule&quot;.</P>
</I></FONT><B><FONT FACE="Georgia" SIZE=3><P><A NAME="_Toc455767579">Die Reformen der 50er Jahre</A></P>
</B></FONT><I><FONT FACE="Georgia" SIZE=2><P>Seit 1957 regten sich verst&auml;rkt reformerische Kr&auml;fte, die das Schulwesen anders gestaltet wissen wollten. Aber auch au&szlig;erhalb des Bildungsbereichs wurden Fragen gestellt, wie eine bessere Demokratisierung unserer Gesellschaft zu erzielen sei. Daraus entstand in den 60er Jahren so etwas wie eine Aufbruchs- bzw. Umbruchstimmung. Sie erfa&szlig;te auch die Schulen und ver&auml;nderte die bis dahin &uuml;blichen Verhaltensmuster.</P>
<P>Gegens&auml;tze brachen auf, die z.B. an dieser Schule zu Verh&auml;rtungen wie auch schmerzlichen &quot;Neufindungsprozessen&quot; f&uuml;hrten. Die sich seit 1966 versch&auml;rfenden Konflikte zwischen Schulleiter auf der einen und Sch&uuml;lern, Eltern und Kollegium auf der anderen Seite f&uuml;hren zur Abberufung des Schulleiters (1969) und unter dem neuen Schulleiter zur Einrichtung einer &quot;Erweiterten Schulleitung&quot;.</P>
<P>Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre gingen in Berlin die neuen Rahmenpl&auml;ne f&uuml;r Unterricht und Erziehung in Druck, wurde die Hauptschule durch Arbeitslehre (Hinf&uuml;hrung zur Praxis) reformiert, sollte die Verfassung der Berliner Schule neu festgelegt werden (Schulverfassungsgesetz), war die Gesamtschulplanung so weit, da&szlig; mit dem Bau dieser Schulen begonnen werden konnte, und sind Modelle f&uuml;r die reformierte gymnasiale Oberstufe in der Diskussion oder werden versuchsweise praktiziert.</P>
<P>Da alle Gremien des Beethoven-Gymnasiums insbesondere die Sch&uuml;ler von der Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe &uuml;berzeugt waren und die Raumausstattung der Schule f&uuml;r die andr&auml;ngenden Sch&uuml;lerjahrg&auml;nge ohnehin eine andere Organisationsform erforderlich machte, konnte nach den Sommerferien 1971 mit entsprechenden Vorarbeiten begonnen werden.</P>
<P>Im Januar 1972 beschlo&szlig; die Gesamtkonferenz ein Pilotprojekt mit Grund- und Leistungskursen sowie ausgearbeiteter Organisations- und inhaltlicher Angebotsplanung, dem die Senatsverwaltung f&uuml;r Schulwesen stattgab, so da&szlig; die neue gymnasiale Oberstufe im Schuljahr 1972/73 eingef&uuml;hrt werden konnte.</P>
</I></FONT><B><FONT FACE="Georgia" SIZE=3><P><A NAME="_Toc455767580">Ausbau, Umgestaltung und neue Konzepte</A></P>
</B></FONT><I><FONT FACE="Georgia" SIZE=2><P>Langj&auml;hrige Vorarbeit der Schule, sachkundig unterst&uuml;tzt durch den Vorsitzenden der Gesamtelternvertretung, Herrn Arndt, f&uuml;hrte wegen der steigenden Sch&uuml;lerzahl dazu, da&szlig; das Projekt eines Schulerweiterungsbaus und die Aufstellung einer neuen Turnhalle vom Bezirksamt und dem Senator f&uuml;r Schulwesen unterst&uuml;tzt, 1974 im Abgeordnetenhaus die finanzielle Absicherung erhielt. Im Schuljahr 1975/76 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Die sogenannte &Ouml;lkrise wirkte sich aber dahingehend aus, da&szlig; das Gesamtprojekt um 1,5 Millionen DM zusammengestrichen wurde und schlanker ausfiel als geplant.</P>
<P>Die Bauarbeiten machten die Zuweisung einer Filiale erforderlich, um Teile der Sch&uuml;lerschaft in ihr unterrichten zu k&ouml;nnen. Diese Filiale blieb jedoch der Schule bis zum 1. Februar 1984 erhalten, weil die Sch&uuml;lerzahl zwischenzeitlich auf &uuml;ber 1000 Jungen und M&auml;dchen angewachsen war. Der im Schuljahr 1978/79 fertiggestellte Erweiterungsbau erlaubt nur eine Gesamtsch&uuml;lerzahl von ca. 800 und konnte die &uuml;ber 1000 Sch&uuml;ler deshalb nicht auffangen.</P>
<P>Auch das Computerzeitalter ergriff nun von der Schule Besitz. Die jungen Leute sollten nicht an der technischen Fortentwicklung vorbei unterrichtet werden, weshalb die Schule das Fach Informatik in das Unterrichtsangebot aufnahm und den gesamten naturwissenschaftlichen Ger&auml;tebestand nach den Anspr&uuml;chen von heute modernisiert. F&uuml;r den modernen deutsch- und fremdsprachlichen Unterricht wurde die Ausstattung ebenfalls erneuert.</P>
<P>Insgesamt ver&auml;nderten sich auch die p&auml;dagogischen Intentionen. F&uuml;r Bildung und Erziehung wurde der Wert internationaler Begegnungen als besonders wichtig erkannt, f&uuml;r die Freizeitgesellschaft, die sich inzwischen entwickelt hatte, sollten die Jugendlichen verst&auml;rkt vorbereitet werden, um Alternativen zu den Versuchungen dieser Freizeitgesellschaft entwickeln zu k&ouml;nnen. So konnte zwar an die Tradition der Schule angekn&uuml;pft werden, aber Schulreisen, Arbeitsgemeinschaften und Schulveranstaltungen erhielten einen anderen Stellenwert. Und die Jungen und M&auml;dchen unterst&uuml;tzen, wie auch ihre Eltern, dieses p&auml;dagogische Bem&uuml;hen.</P>
<P>Das &quot;Darstellende Spiel&quot; z. B., das in das Unterrichtsangebot der Schule aufgenommen wurde, er&ouml;ffnet Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;lern eine Vielzahl neuer Ausdrucksm&ouml;glichkeiten f&uuml;r ihre Zweifel, Sorgen, &Auml;ngste, kritischen Beobachtungen und Hoffnungen. Sie lernen &uuml;bend, wie schwierig es ist, das, was sie ahnen, empfinden, denken, was aber noch ungestaltet ist, zu gestalten, anderen vorzustellen, ihre Reaktion zu verarbeiten und neue Impulse in ihr Gestalten einzubeziehen. Probenarbeit verlangt einen anderen Umgang mit Freizeit, erfordert Disziplin, die F&auml;higkeit, mit sich klar zu kommen, wenn man an Grenzen st&ouml;&szlig;t, Alternativen zu entwickeln, mit Verzweiflung fertig zu werden, seine Ausdrucksmittel zu pr&auml;zisieren und innerlich frei zu werden, damit Impulse und Vorschl&auml;ge der Mitspieler aufgegriffen werden k&ouml;nnen, sich Freude einstellt im gemeinsamen Tun und das Spiel gelinge.</P>
<P>Seit 1982 f&uuml;hren die 10. Klassen Berufspraktika durch. Sie dienen dazu, Einblick in berufliche T&auml;tigkeiten und in Berufsfelder zu gewinnen.</P>
<P>Die Oberstufe soll auf ihren Studienreisen weniger eingefahrene Techniken des Tourismus &uuml;bernehmen, als den angehenden Abiturienten die Augen &ouml;ffnen f&uuml;r ausl&auml;ndisches Selbstverst&auml;ndnis und f&uuml;r Probleme in ihrer geschichtlichen Entwicklung und aktuellen Bedeutung. Das Infragestellen eigener Einsch&auml;tzungen, Empfindungen und Urteile soll dazu f&uuml;hren, die Einsch&auml;tzungen, Empfindungen und Urteile anderer zu ber&uuml;cksichtigen. Da alle Regionen dieser Erde aufeinander angewiesen sind, sollte den Sch&uuml;lern wenigstens an einigen Beispielen deutlich gemacht werden, da&szlig; das Mitempfinden und Mitdenken eine Voraussetzung f&uuml;r die Entwicklung eines menschenw&uuml;rdigen Daseins ist.</P>
<P ALIGN="JUSTIFY">Ob sich Sch&uuml;ler in Schweden f&uuml;r das Sozialsystem interessieren, ob sie in Griechenland mit der besonderen Situation dieses Landes, auch historisch gesehen, vertraut gemacht werden, ob Chor und Orchester in Wales, in Yorkshire, D&auml;nemark mit den Gastgebern zusammen musikalische Veranstaltungen durchf&uuml;hren und zur Unterst&uuml;tzung privater sozialer Einrichtungen musizieren, ob Sch&uuml;ler in Italien nicht nur kulturgeschichtliche Erfahrungen sammeln, sondern sich auch als Deutsche aktuellen Problemen stellen, ob sie in Ungarn mit besonderen Formen sozialistischer Lebensgestaltung konfrontiert oder ob Partnerschaften mit dem Distrikt 12 in Paris und mit Dijon unterhalten werden, oder ob sich Sportgruppen au&szlig;erhalb Berlins im Wettstreit begegnen: immer ist zwischenmenschliche Begegnung im Spiel, wird Gedankenaustausch m&ouml;glich, ist Selbstkritik gefordert, wird der historische Horizont erweitert und die Gegenwart in ihrer Bed&uuml;rftigkeit wie in ihrer Ver&auml;nderbarkeit erfahren.</P>
<P>Seit 1973 unterh&auml;lt diese Schule, aus pers&ouml;nlichen Begegnungen erwachsen, eine Partnerschaft mit der Landwirtschaftlichen Oberschule in Pardes Hanna in Israel, um gegenseitiges Verstehen zu erm&ouml;glichen und um Vertrauen zu stiften zwischen den heranwachsenden Nachkriegsgenerationen.</P></I></FONT></BODY>
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