Musikrakete mit korrigiertem Schaltplan

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<title>Die Musikrakete</title>
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<div id="content" class="container">
<p class="timestamp">2016-04-02</p>
<h1>Die Musikrakete</h1>
<p id="subtitle">Ein kindgerechter mp3-Player auf Basis von Raspberry Pi und JBL OnStage IIIp</p>
<p style="font-weight: 700;">Der CD-Player im Kinderzimmer war zwar beliebt, aber nicht wirklich praktisch: Die CDs waren so
schnell zerkratzt, dass ich mit dem nachbrennen kaum hinterherkam und auch das Gerät selbst schien schon nach einem dreiviertel
Jahr seinem Ende entgegen zu gehen. Deshalb sollte eine neue Lösung her. Möglichst robust, ohne CDs und auf jeden Fall ohne
Hilfe der Eltern bedienbar.</p>
<p class="gallery" style="float:right;">
<a href="fotos/player_trimetric.jpg" class="fancybox"><img src="fotos/player_trimetric.jpg"
width="480" alt="Die Musikrakete. Durch den Schlitz in der Mitte werden Karten mit QR-Codes eingesteckt, der Player spielt dann das entsprechende Album ab. Mit den roten Schaltern kann man zwischen den Titeln springen und stoppen." /></a>
</p>
<p>
Es fing damit an, dass Anica mich mit Begeisterung auf den <a href="https://de-de.hoerbert.com/">hörbert</a> aufmerksam
machte. Das ist ein mp3-Player für Kinder, genauer gesagt ein Mono-Lautsprecher im Holzgehäuse mit einem SD-Slot und vier
AA-Batterien. An der Vorderseite können bis zu neun Tracks über bunte Tasten direkt ausgewählt werden.
</p>
<p>
Ich war nicht so überzeugt von dem Konzept. Die SD-Karte muss man für jeden Wechsel der Inhalte herausnehmen, Batteriebetrieb
fand ich nicht gut und so richtig günstig kam mir die Sache auch nicht vor. Allerdings war ich kurz vorher auf die Projektseite
für einen <a href="http://www.die-schembergs.de/index.php?page=qr-music">MP3-Player für Kindergartenkinder</a> gestoßen und
habe das als Gegenbeispiel angeführt: Ein kleiner Raspberry Pi wird mit einer Webcam und ein paar Lautsprechern verbunden. Auf
Knopfdruck wird ein QR-Code gelesen, den das Kind unter die Webcam gelegt hat und daraufhin wird das entsprechende Album
abgespielt.
</p>
<p>Entgegen meiner Erwartung wurde das gleich für besser als der hörbert befunden und damit hatte ich mein Projekt.</p>
<p>
Weil der grundsätzliche Aufbau nicht besonders kompliziert ist, bin ich ursprünglich davon ausgegangen, dass sich das Ganze mit
zwei bis drei Wochenenden umsetzen lassen müsste. Für die Basis-Variante war diese Einschätzung wohl auch nicht falsch, aber
wie bei jedem guten Projekt kam dann einiges an Fehlversuchen, Verzögerungen und auch etwas <em>Feature Creep</em> hinzu. Am
Ende war ich um einiges an Erfahrung reicher, habe viel dazu gelernt (CAD, Python) und aus &bdquo;ein bisschen Elektronik in einer
Box&ldquo; wurde eine Musikrakete aus dem 3D-Drucker. Der ursprünglich gesetzte Kostenrahmen wurde gnadenlos überzogen (ebenfalls wie
bei jedem guten Projekt) und von den ersten Überlegungen bis zum glorreichen Moment der Übergabe an die Endnutzer vergingen
dann auch fast vier Monate.
</p>
<p>Der Player ist ein voller Erfolg und wurde von den Jungs super angenommen. Neben ein paar Verbesserungen an der Software
plane ich noch eine Anleitung für eine kostengünstigere Version. Es gibt da draußen noch viele Lautsprecher mit altem
Apple-Dock-Anschluss, die auf ein neues Leben warten.</p>
<div style="margin: 2em; text-align: center;">
<video controls><source src="musikrakete.mp4" type="video/mp4" /></video>
</div>
<p class="gallery">
<a href="fotos/2016-03-25_08-25-01.jpg" class="fancybox" rel="strecke02"><img src="fotos/2016-03-25_08-25-01.jpg" width="320"
alt="Der Player wurde gut angenommen. Das Bedienprinzip war sofort klar und wurde ausgiebig erprobt." /></a> <a
href="fotos/IMG_0449_cut_rot.JPG" class="fancybox" rel="strecke02"><img src="fotos/IMG_0449_cut_rot.JPG" width="320"
alt="Großer Andrang: Auch dem Einjährigen war schnell klar, dass die Karte die Musik macht. Der Player würde seine Begeisterung wahrscheinlich sogar aushalten, aber die QR-Karten sollten möglichst nicht gekaut werden, außerdem möchte der große Bruder seine Hörspiele gerne bis zum Schluss hören. Deshalb wurde das Gerät erstmal außer Reichweite positioniert. Dafür hat der Kleine jetzt Exklusiv-Zugriff auf den alten CD-Player." /></a>
<a href="fotos/2016-04-02 09-36-39.jpg" class="fancybox" rel="strecke02"><img src="fotos/2016-04-02 09-36-39.jpg"
width="320"
alt="Die QR-Codes sind streifenweise auf DIN A4 gedruckt und danach einmal gefaltet, so dass der QR-Code auf der Unterseite und das Album-Cover auf der Oberseite ist." /></a>
</p>
<hr />
<p style="margin-top: 3em; font-style: italic;">Für alle, die es genau wissen wollen und als Dokumentation noch der
Projektverlauf mit allen Details:</p>
<h2 id="planung">Planung und erste Schritte</h2>
<p>
Mir war schnell klar, dass ich gegenüber dem <a
href="http://www.raspberry-pi-geek.de/Magazin/2014/03/Kindgerechter-Audioplayer-mit-dem-Raspberry-Pi/%28language%29/ger-DE">Originaldesign</a>
ein paar Verbesserungen wollte: Auf jeden Fall musste der Player eine Einheit sein, also alles in einem Gehäuse verbaut werden,
inklusive der Lautsprecher. Zweitens wollte ich eine automatische Erkennung der QR-Codes durch eine Lichtschranke ohne
zusätzliches Drücken irgendwelcher Knöpfe. Und drittens musste die Musik nicht von der internen SD-Karte sondern von unserem
Heimserver kommen.
</p>
<p class="gallery" style="padding-left: 1em; float: right;">
<!--
<a href="images/Stuetzstruktur.jpg" class="fancybox" rel="bilder-stuetzstruktur"><img
src="images/Stuetzstruktur.jpg" width="320"
alt="Erster Ansatz: Auf dieser Stützstruktur sollten der Raspi und die Webcam montiert werden. Vorne im Bild das Panel für die Montage der Schalter mit dem Schlitz für die QR-Code-Karten. Leider spielte die Kunststoff-Kugel, die alles beherbergen sollte, nicht mit." /></a>
-->
<a href="fotos/2016-01-06 11-51-22_cut.jpg" class="fancybox" rel="bilder-stuetzstruktur"><img
src="fotos/2016-01-06 11-51-22_cut.jpg" width="320"
alt="Erster Ansatz: Auf dieser Stützstruktur sollten der Raspi und die Webcam montiert werden. Vorne im Bild das Panel für die Montage der Schalter mit dem Schlitz für die QR-Code-Karten. Leider spielte die Kunststoff-Kugel, die alles beherbergen sollte, nicht mit." /></a>
</p>
<p>
Nachdem ich mir ein paar Gedanken über den Gehäusebau gemacht hatte, fiel mir ein <a
href="http://eu.jbl.com/jbl_product_detail_de/jblos3pipwhtev.html">JBL OnStage IIIP</a> in die Hände, der seit einiger Zeit
bei uns einsam im Schrank lag. Der alte 30-Pin-Anschluss für iPods ist inzwischen nicht mehr ganz aktuell und die passenden
Geräte schon nicht mehr im Einsatz. Ich wusste aber noch, dass der Lautsprecher einen beeindruckend guten Klang hat, außerdem
passte die Größe gut zum Projekt. Die Frage war jetzt also, wie man die Komponenten (Raspi, Webcam, Lichtschranke, etc.) gut
auf die kleine Plattform bekommen könnte.
</p>
<p>
Der ursprüngliche Ansatz war, eine Halterung für die Bauteile drucken zu lassen und dann alles zusammen in die Kunstoff-Kugel
von einer Gartenleuchte (<a href="https://www.hitmeister.de/product/301407134/">wie dieser</a>) einzubauen. Die Idee kam
dadurch zustande, dass die Form des JBL-Lautsprechers genau das Aufsetzen einer Kugel mit 20 cm Durchmesser erlaubt.
</p>
<p>Leider war die Kugel weit weniger formstabil als angenommen. Beim Einschneiden fiel sie praktisch sofort in sich zusammen
und war damit unbrauchbar. Außerdem ließ sich das Problem der Befestigung der Kugel auf der Plattform des Lautsprechers nicht
so einfach lösen, so dass dieser erste Versuch dem Player ein Gehäuse zu geben fehlschlug. Deshalb sollte im zweiten Anlauf
gleich das ganze Gehäuse gedruckt werden.</p>
<h2 id="design">Design</h2>
<p>
Für den Gehäuse-Entwurf kam <a href="https://www.onshape.com/">Onshape</a> zum Einsatz. Ich hatte vorher noch mit FreeCAD
experimentiert, war aber nicht wirklich voran gekommen. Onshape stürzte im Browser zwar immer mal wieder ab, aber da jeder
Klick sofort gespeichert wird war das nicht besonders problematisch. Auf jeden Fall war die Bedienung so intuitiv, dass auch
ein absoluter CAD-Anfänger wie ich schnell zurecht kommen konnte.
</p>
<p>Das Gehäuse sollte einer Rakete nachempfunden sein. Zum einen, weil Raketen von Dreijährigen im Allgemeinen gut
angenommen werden, zum anderen, weil die langgestreckte Form den Einbau eines WLAN-Adapters mit Antenne ermöglicht, der auch im
schlecht abgedeckten Kinderzimmer noch ausreichenden Empfang garantiert.</p>
<hr/>
<p class="gallery">
<a href="images/Musikrakete-CAD-front.jpg" class="fancybox" rel="strecke01"><img src="images/Musikrakete-CAD-front.jpg"
width="320" alt="Das Gehäuse von vorne" /></a>
<a href="images/piplayer-montage-480.gif" class="fancybox" rel="strecke01"><img src="images/piplayer-montage-480.gif" width="320"
alt="Montage der Einzelteile" /></a>
<a href="images/Musikrakete-CAD-trimetric.jpg" class="fancybox"
rel="strecke01"><img src="images/Musikrakete-CAD-trimetric.jpg" width="320"
alt="Von schräg oben sieht man gut die Öffnungen für die Schalter und den Infrarot-Sensor" /></a>
</p>
<hr/>
<p>
Da ich vor dem Projekt weder Erfahrung mit CAD noch mit 3D-Druck hatte, musste ich erst ein paar <a
href="http://www.slideshare.net/en0tjh/design-for-ultimaker-rev2">Grundlagen</a> lernen. Um nicht druckbare Überhänge zu
vermeiden wurde die Rakete in drei Segmente unterteilt, die später verschraubt werden sollten. Ein Check der fertigen
STL-Dateien mit <a href="http://www.willit3dprint.com/">Willit? 3D Print</a> gab nochmals zusätzliche Sicherheit. Durch die
Entscheidung, das gesamte Gehäuse zu drucken war der ursprüngliche Kostenrahmen sowieso schon hinfällig, mehrere Druckversuche
für die Hauptkomponenten wären schlicht zu teuer geworden.
</p>
<p>
Das Raketen-Gehäuse besteht aus drei Segmenten: Unten der Hauptteil, in dem der Raspi verschraubt und die Webcam installiert
wird. Darauf wird die Schiene angebracht, auf der die Karten mit den QR-Codes eingeschoben werden, sowie der Mittelteil, der
ein kleines Fenster für einen Infrarot-Empfänger hat. Dadurch kann der Player auch per Fernbedienung gesteuert werden. Ganz
oben dann die Raketenspitze mit Öffnungen für drei Schalter, die mit den Funktionen <em>Vor</em>, <em>Zurück</em> und <em>Play/Pause</em>
belegt werden. Damit das Ganze auch wirklich nach Rakete aussieht, werden links und rechts noch Leitwerk-Elemente angeschraubt.
Den Druck der fertigen Rakete übernahmen die Jungs von <a href="http://www.laydrop.com/">Laydrop</a> (via <a
href="https://www.3dhubs.com/berlin/hubs/laydrop">3dhub.com</a>). Material PLA, Schichtdicke 300, Preis 105,80 € (und damit
bei weitem die teuerste Komponente).
</p>
<!-- p class="gallery">
<a href="images/piplayer-montage-480.gif" class="fancybox"><img src="images/piplayer-montage-480.gif" width="480"
alt="Das fertige Gehäuse" /></a>
</p -->
<p>
Die Erfahrungen aus dem ersten Anlauf mit der Stützstruktur machten sich bezahlt. Bis auf ein paar Kleinigkeiten passte alles
exakt. Das Ganze wurde dann auf dem JBL-Lautsprecher verschraubt. Die Löcher für die Schrauben hatte ich ganz zu Anfang in den
Lautsprecher gebohrt und dann das Gehäuse drum herum entworfen. Beim Öffnen half eine <a
href="https://de.ifixit.com/Guide/Disassembling+the+Circuit+Board/22634">Anleitung von ifixit.com</a> (für den On Stage II,
aber der ist hinreichend ähnlich aufgebaut).
</p>
<p class="gallery">
<a href="fotos/2015-12-10 10-31-58_cut.jpg" class="fancybox" rel="fotos-bohren"><img
src="fotos/2015-12-10 10-31-58_cut.jpg" width="160"
alt="Der JBL On Stage IIIp vor der Öffnung. Links oben im Bild die Kunststoff-Kugel, die ursprünglich als Gehäuse dienen sollte." /></a>
<a href="fotos/2015-12-10 11-06-20_cut.jpg" class="fancybox" rel="fotos-bohren"><img
src="fotos/2015-12-10 11-06-20_cut.jpg" width="160"
alt="Um an die Schrauben zu kommen müssen die Gummifüße mit einem Fön oder einer Heißluftpistole abgelöst werden." /></a>
<a href="fotos/2015-12-10 11-10-12_cut.jpg" class="fancybox" rel="fotos-bohren"><img
src="fotos/2015-12-10 11-10-12_cut.jpg" width="160"
alt="Sobald alle Schrauben gelöst sind, lässt sich das Gehäust problemlos auseinander nehmen. Da sich die Platine nicht so einfach entnehmen lässt, musste ich die Schrauben dort setzen, wo sie die Plattform nicht verdeckt." /></a>
<a href="fotos/2015-12-10 12-05-35_cut.jpg" class="fancybox" rel="fotos-bohren"><img
src="fotos/2015-12-10 12-05-35_cut.jpg" width="160"
alt="Die Löcher für die M3 Schrauben wurden mit einem M2.5 Bohrer gebohrt, dadurch sitzt alles recht fest. Dabei ganz wichtig: Die Bohrmaschine muss auf Linkslauf gestellt werden (also entgegen der Schneiderichtung). Dadurch wird das Loch eher geschmolzen als gebohrt und der Kunststoff bricht nicht." /></a>
<a href="fotos/2015-12-10 12-37-42_cut.jpg" class="fancybox" rel="fotos-bohren"><img
src="fotos/2015-12-10 12-37-42_cut.jpg" width="160"
alt="Die Schrauben sitzen fest und geben dem Gehäuse guten Halt. (Auf dem Bild fehlt noch die vierte Schraube im Mittelpunkt der Plattform.)" /></a>
<a href="fotos/2016-01-27 16-31-39_cut.jpg" class="fancybox" rel="fotos-bohren"><img
src="fotos/2016-01-27 16-31-39_cut.jpg" width="160"
alt="Durch die Unterlegscheiben verteilt sich der Druck noch etwas besser. Die Schraube links unten ist allerdings so eng gesetzt, dass keine Unterlegscheibe mehr Platz hatte." /></a>
</p>
<h2 id="aufbau">Aufbau</h2>
<h3 id="stueckliste">Stückliste</h3>
<ul>
<li>JBL On Stage IIIP (gebraucht für unter 20 € zu bekommen)</li>
<li>fünfteiliges <a
href="https://cad.onshape.com/documents/56f3cf83e4b02f6312a93771/w/785ccf8684baed006305bb0d/e/a314638959d0c9d7ea39d770">Raketen-Gehäuse</a> aus dem 3D-Drucker (<a href="https://github.com/tliero/musikrakete/tree/master/case">STL-Dateien</a> auch im <a href="https://github.com/tliero/musikrakete">github-Repository</a>)</li>
<li>Raspberry Pi 2 Model B, 34 €</li>
<li>Webcam für ca. 2 € über ebay</li>
<li>USB-Wlan-Adapter mit Stabantenne, ca. 5 €</li>
<li>USB-Audio-Adapter für ca. 2 € über ebay</li>
<li>USB-Netzteil, 2,1 A</li>
<li>Kabel und Adapter
<ul>
<li>30-Pin Apple Dock auf Micro-USB und 3,5 mm Klinkenstecker, ca. 2 €</li>
<li>10 cm 3,5 mm AUX Audiokabel</li>
</ul>
</li>
<li>Elektronik-Bauteile
<ul>
<li>3x 12 mm Drucktaster ("Momentary Push Button")</li>
<li>Infrarot-Sensor VS1838B als Empfänger für die Fernbedienung</li>
<li>Lichtschranke (Emitter und Sensor <a href="http://www.pollin.de/shop/dt/NzA0OTc4OTk-/Bauelemente_Bauteile/Aktive_Bauelemente/Optoelektronik/Infrarot_Lichtschranken_Paare_TEMIC_K153P.html">TEMIC K153P</a>)</li>
<li>Lochraster-Platine</li>
<li>5 mm LED, diffus, 16000 mcd</li>
<li>Widerstände: 2x 470 Ohm, 1x 100 kOhm</li>
<li>Schaltdraht 0,5mm</li>
<li>Steckbrücken/Jumper-Kabel</li>
</ul>
</li>
<li>Befestigungsmaterial
<ul>
<li>3x 20 mm M3 Schraube + Mutter + Unterlegscheibe, um das Gehäuse am Lautsprecher zu befestigen</li>
<li>1x 40 mm M3 Schraube + Mutter + Unterlegscheibe, um das Gehäuse am Lautsprecher zu befestigen (Schraube in
der Mitte der Plattform)</li>
<li>11x 12 mm M3 Schraube + Mutter, für den Zusammenbau der Raketenteile</li>
<li>8x M2.5 Schraube + Mutter (Kunststoff), zum Befestigen des Raspberry Pi und der Leitwerke</li>
</ul>
</li>
<li>Sonstiges
<ul>
<li>Polymorph (für den Kamerasockel und Modifikationen an den Kabeln) von <a href="http://www.knetfix.de">knetfix.de</a></li>
<li>ein Stück Acrylglas für das Fenster vor dem Infrarotsensor</li>
<li>eine alte 3.5"-Diskette, um das Fenster abzudunkeln</li>
<li>Werkzeug: Bohrmaschine, Multimeter, Heißklebepistole, Lötkolben, Schraubendreher, Zange, Messer</li>
</ul>
</li>
</ul>
<h3 id="elektronik">Elektronik und Montage</h3>
<p>
Parallel zum CAD-Design musste noch die Elektronik zusammengesetzt werden. Zum Glück war der Aufbau mit einer <a
href="http://tutorials-raspberrypi.de/infrarot-lichtschranke-bauen-und-geschwindigkeit-messen/">Lichtschranke</a>, einer
<a href="https://raspuino.wordpress.com/2014/03/24/raspberry-pi-led-blinken-lassen-mit-python/">Beleuchtungs-LED</a>, drei <a
href="http://razzpisampler.oreilly.com/ch07.html">Schaltern</a> und dem <a
href="http://powerpi.de/jede-infrarot-fernbedienung-am-raspberry-pi-2-nutzen-so-installierst-du-guenstig-einen-ir-empfaenger-teil-1/">Infrarot-Empfänger</a> nicht allzu kompliziert, für alle Elemente finden sich gute Anleitungen im Netz.
Der fertige Aufbau ist auf dem Schemabild unten zu sehen. Verlötet wurde alles auf einer kleinen Leiterplatte, die mit auf
dem Rahmen in der Mitte der Rakete sitzt.
</p>
<p class="gallery">
<a href="fotos/IMG_20160203_175256_cut.jpg" class="fancybox" rel="elektronik"><img src="fotos/IMG_20160203_175256_cut.jpg"
width="320"
alt="Testaufbau: Bevor die Elektronik verlötet wurde, musste erst alles auf einem Breadboard ausgetestet werden. Hier die LED für die Beleuchtung zusammen mit der Lichtschranke." /></a>
<a href="images/Elektronik_Steckplatine.png" class="fancybox" rel="elektronik"><img
src="images/Elektronik_Steckplatine.png" width="480"
alt="Der komplette Aufbau der Elektronik mit Lichtschranke und Beleuchtung (links), Schaltern (mitte) und IR-Empfänger für die Fernbedienung (rechts)." /></a>
<a href="fotos/2016-04-02 09-11-16.jpg" class="fancybox" rel="elektronik"><img
src="fotos/2016-04-02 09-11-16.jpg" width="320"
alt="Alle Bauteile wurden auf einer Platine verlötet und auf den Rahmen geklebt. Die Lichtschranke ist zusätzlich mit Polymorph fixiert, damit man die Drähte nicht beim Einschieben der QR-Code-Karten verbiegt." /></a>
</p>
<p>Die gedruckten Raketen-Elemente passten gut und mussten nur zusammengeschraubt und auf dem Lautsprecher montiert werden. Schwieriger
war die Befestigung und Ausrichtung der Webcam. Letztendlich half hier Polymorph-Kunststoff weiter: Im ersten Schritt wurde ein
Sockel geformt, der in der Mitte des Raketenbodens sitzt und sich sich in die Vertiefung des iPod-Anschlusses einfügt. Dadurch
sitzt die Kamera ausreichend fest und hat eine genau definierte Perspektive, kann aber jederzeit für Arbeiten am Gerät
entnommen werden. Im zweiten Schritt wurde dann die Kamera mit Polymorph auf dem Sockel fixiert. Dabei war sie mit einem Laptop
verbunden, so dass die Perpektive kontrolliert und nachkorrigiert werden konnte, bis die Verbindung ausgehärtet war.</p>
<p class="gallery">
<a href="fotos/IMG_20160208_111601_cut.jpg" class="fancybox" rel="fotos-kamerasockel"><img
src="fotos/IMG_20160208_111601_cut.jpg" width="320"
alt="Zuerst wurde aus Polymorph ein Sockel geformt, der sich so über den Rand der Bodenöffnung legt, dass die Kamera nicht verrutschen kann. Dabei ist wichtig, dass das Polymorph noch formbar, aber schon nicht mehr klebrig ist. Rechts oben im Bild sieht man den mit Polymorph abgewinkelten Micro-USB-Stecker." /></a>
<a href="fotos/IMG_20160208_112329_cut.jpg" class="fancybox" rel="fotos-kamerasockel"><img
src="fotos/IMG_20160208_112329_cut.jpg" width="320"
alt="Der zweite Schritt war dann die Befestigung der Kamera auf dem Sockel. Dabei war sie an einen externen Computer angeschlossen, so dass die Ausrichtung korrekt eingestellt werden konnte (mit guvcview)." /></a>
</p>
<p>Der Polymorph-Kunststoff war auch bei der Bearbeitung der Kabel nützlich: Der Micro-USB-Anschluss des Raspi war so nah an
der Außenwand der Rakete, dass sich das Kabel nicht mehr ohne Aus- und Wiedereinbau einstecken ließ. Anstatt extra Adapter oder Kabel mit 90°-Winkel
nachzukaufen wurde die Plastik-Kapsel am Stecker entfernt und durch Polymorph ersetzt. Damit kam das Standard-Kabel schnell und
billig zu seinem 90°-Winkel.</p>
<p>Eine weitere kleine Herausforderung war noch das Fenster für den Infrarot-Sensor. Nach erfolgloser Suche nach geeignetem
dunklen Kunststoff (wie er auch vorne an Fernbedienungen oder auf Empfängerseite an Stereoanlagen verwendet wird), fand ich in einem Forum den Hinweis, dass die dunklen
Plastikscheiben aus Disketten in etwa dieselben Eigenschaften haben. Ein Stückchen Diskettenplastik auf einer Acrylscheibe und
mit Heißkleber hinter die Fenster-Öffnung geklebt - fertig.</p>
<p class="gallery">
<a href="fotos/IMG_20160210_145935_cut.jpg" class="fancybox" rel="IR-Abdeckung"><img
src="fotos/IMG_20160210_145935_cut.jpg" width="320"
alt="Vor das Stück aus der Diskette kommt noch ein Stück Acrylglas, damit nicht der erste Finger, der die Konstruktion testet, gleich durchsticht. Zusammengehalten werden die beiden Zeile mit Polymorph." /></a>
<a href="fotos/2016-04-02 09-20-19.jpg" class="fancybox" rel="IR-Abdeckung"><img src="fotos/2016-04-02 09-20-19.jpg" width="320" alt="Die Fensterscheibe ist zusammen mit dem Infrarot-Empfänger mit Heißkleber hinter die Öffnung geklebt." /></a>
</p>
<p>Die restliche Montage war relativ einfach: Die Leiterplatte mit der Lichtschranke und der Elektronik ist mit etwas
Heißkleber auf dem Rahmen fixiert. Die Verbindungsdrähte der Beleuchtungs-LED sind so lang, dass die QR-Codes bequem von unten
angeleuchtet werden können. Ganz allgemein waren Sorgen bezüglich Bildschärfe und Ausleuchtung unbegründet: Sobald der gesamte
QR-Code im Bild ist, funktioniert die Erkennung auch bei bescheidener Bildqualität zuverlässig.</p>
<p>Bei den drei Schaltern war kein Verkleben nötig, weil sie auch so fest im Gehäuse sitzen. Sehr fest - 12,5 mm Öffnung
waren für die 12-mm-Schalter etwas knapp bemessen. Die Kunststoff-Gewinde musste ich etwas abfeilen, damit sie in die Löcher
passten. Verbunden wurden sie direkt mit den GPIO-Pins des Raspi per Jumper-Kabel.</p>
<h2 id="software">Software und Programmierung</h2>
<h3 id="mocp">mocp statt xmms2</h3>
<p>
Anders als im Vorbild-Projekt sollte als Software-Player nicht <code>xmms2</code> sondern <code>mocp</code> zum Einsatz
kommen. Während <code>xmms2</code> die Musiksammlung scannt und die ID3-Tags in einer Datenbank ablegt, über die dann der
Zugriff erfolgt, wird <code>mocp</code> einfach der gewünschte Pfad übergeben. Das kann eine mp3-Datei, eine Playlist, ein
Verzeichnis oder eine Stream-URL sein. Für meinen Ansatz war <code>mocp</code> besser geeignet, weil nicht sicher war, wie
gut die ID3-Tags der Kindermusik-Sammlung gepflegt waren und weil möglichst keine Schreibzugriffe (für die Befüllung der
<code>xmms2</code>-Datenbank) auf der SD-Karte nötig sein sollten (dazu später mehr).
</p>
<h3 id="python">Steuerung mit Python 3</h3>
<p>
Im Gegensatz zu den Vorbild-Projekten sollte die Steuerung auch nicht durch <a href="https://github.com/rheikvaneyck/QRMusic">bash-Skripte</a>,
sondern mit Python erfolgen. Zunächst mussten die drei Schalter für <em>Vor</em>, <em>Zurück</em> und <em>Play/Pause</em>
abgefragt werden. So weit, so simpel. Die einzige "Besonderheit" ist hier, dass nicht, wie <a
href="https://www.elektronik-kompendium.de/sites/raspberry-pi/2006051.htm">sonst oft üblich</a>, Pullup-Widerstände eingelötet
wurden, sondern die bereits im Raspberry Pi vorhandenen durch das Programm konfiguriert werden:
</p>
<pre>
# Buttons on PINs 14, 15 and 18
GPIO.setup(14, GPIO.IN, pull_up_down=GPIO.PUD_UP)
GPIO.setup(15, GPIO.IN, pull_up_down=GPIO.PUD_UP)
GPIO.setup(18, GPIO.IN, pull_up_down=GPIO.PUD_UP)
</pre>
<p>
Die Reaktion auf einen gedrückten Button ist einfach: Der Befehl wird direkt an den <code>mocp</code>-Server weitergereicht.
Um Mehrfach-Befehle bei länger gedrücktem Knopf zu vermeiden, wird danach das Skript kurz angehalten.
</p>
<pre>
if (GPIO.input(15) == False):
subprocess.call(["mocp", "--toggle-pause"])
time.sleep(BUTTON_PAUSE)
</pre>
<p>
Zusätzlich muss im Loop noch die Lichtschranke abgefragt werden. Sobald sie eine Unterbrechung meldet, startet der Hauptteil
des Programms: Das Licht wird angeschaltet und die Webcam gestartet. Zusätzlich wird ein Scan-Sound abgespielt, damit man auch
merkt, dass etwas passiert. Wenn ein QR-Code erkannt wird, wird die entsprechende Playlist oder Stream-URL an den <code>mocp</code>-Server
gegeben. Falls es zum Timeout kommt oder der im QR-Code enthaltene Pfad nicht gefunden werden kann, wird ein Fehlersound
abgespielt.
</p>
<p>
Dabei gab es ein paar Klippen zu umschiffen. Zum einen musste der QR-Scanner <code>zbarcam</code> in einem eigenen Prozess
gestartet und abgefragt werden. Da zbarcam leider endlos scannt und nicht einfach das erste Ergebnis zurückliefert, muss die
Abfrage per Polling erfolgen:
</p>
<pre class="pre-scrollable">
# scan QR code
zbarcam = subprocess.Popen(['zbarcam', '--nodisplay', '--raw', '-Sdisable', '-Sqrcode.enable', '--prescale=320x240', '/dev/video0'], stdout=subprocess.PIPE, stderr=subprocess.PIPE)
poll_obj = select.poll()
poll_obj.register(zbarcam.stdout, select.POLLIN)
# wait for scan result (or timeout)
start_time = time.time()
poll_result = False
while ((time.time() - start_time) &lt; QR_SCANNER_TIMEOUT and (not poll_result)):
poll_result = poll_obj.poll(100)
</pre>
<p>
Es gibt zwar auch ein paar Python-Pakete zur Abfrage von <code>zbarcam</code> , aber die waren nicht zur Zusammenarbeit mit
Python 3 zu bewegen. Python 3 widerum war nötig, weil ich in Python 2 nicht in der Lage war, das Encoding der von <code>zbarcam</code>
zurückgelieferten Strings richtig aufzulösen. Anders als im Artikel von raspberry-pi-geek.de behauptet kann <code>zbarcam</code>
nämlich sehr wohl mit Umlauten umgehen. Die werden nur beim Durchreichen über die Konsole zerschossen. Durch das UTF-8
default-Encoding von Python 3 kamen auch Pfade mit Umlauten korrekt im Programm an.
</p>
<p>
Das Skript nutzt vier Sound-Dateien für das akustische Feedback:
</p>
<ul>
<li><a href="python/scanning.mp3">scanning.mp3</a> wird abgespielt, solange der Scan-Vorgang läuft [<a href="https://www.freesound.org/people/Huminaatio/sounds/159358/">Quelle</a>]</li>
<li><a href="python/263133__pan14__tone-beep.mp3">263133__pan14__tone-beep.mp3</a> bestätigt erfolgreiches Hinzufügen zur Playlist (danach startet der Player) [<a href="https://www.freesound.org/people/pan14/sounds/263133/">Quelle</a>]</li>
<li><a href="python/159367__huminaatio__7-error.mp3">159367__huminaatio__7-error.mp3</a> zeigt an, dass ein QR-Code nicht erkannt werden konnte (timeout) [<a href="https://www.freesound.org/people/Huminaatio/sounds/159367/">Quelle</a>]</li>
<li><a href="python/no.mp3">no.mp3</a> bedeutet, dass der QR-Code zwar erkannt wurde, der enthaltene Link aber nicht in die Playlist übernommen werden konnte (z.B. weil die Datei nicht gefunden wurde) [aus den Sounds des <a href="https://github.com/rheikvaneyck/QRMusic">Vobild-Projekts von rasperry-pi-geek.de</a>]</li>
</ul>
<p>
Der komplette Code für die Steuerung des Players findet sich in <code style="font-weight: bold;"><a href="https://github.com/tliero/musikrakete/blob/master/code/piplayer_pulse.py">piplayer_pulse.py</a></code>.
</p>
<h2 id="raspi-audio">Audio-Ausgabe beim Raspi: Drama, Baby!</h2>
<p>
Die Musik dann auch wirklich in den JBL zu bekommen war schwieriger als gedacht. Zwar hatte ich <a
href="http://www.heise.de/ct/ausgabe/2015-7-Test-Soundkarten-fuer-den-Raspberry-Pi-2563395.html">schon vorher gelesen</a>,
dass das, was aus dem Kopfhörerausgang des Raspi kommt, nicht besonders toll ist, aber war davon ausgegangen, dass die Qualität
schon ausreichen würde. Dem war nicht so. Der Ausgang knisterte und rauschte durchgängig. Das Audio-Signal musste also auf
einem anderen Weg aus dem Computer kommen.
</p>
<p>
Der nächste Ansatz war die Ausgabe über den HDMI-Port. Dafür hatte ich einen <em>HDMI-to-VGA/Audio</em>-Adapter besorgt, der
intern wohl auch mit irgendeinem Billig-Chip auf analoges Signal umsetzt. Für die Musikrakete war das zwar schlussendlich nicht
die Lösung, aber weil die reine Sound-Ausgabe ohne angehängten Bildschirm beim Raspi etwas hakelig ist, hier noch der Hinweis:
Damit der Raspi beim Hochfahren nicht kurzerhand den HDMI-Port lahmlegt weil er kein Display findet, muss in <code>/boot/config.txt</code>
die Zeile <code>hdmi_drive=2</code> eingetragen bzw. aktiviert werden (s. <a
href="https://www.raspberrypi.org/documentation/configuration/audio-config.md">Raspi-Dokumentation</a>). Zusätzlich muss dann
noch die Soundausgabe per <code>raspi-config</code> auf "force HDMI" umgestellt werden. Das funktionierte zunächst einmal sehr
gut, aber beim Zusammensetzen gab es ein böse Überraschung. Sobald der HDMI-Adaper am Raspi hing, reichte der vom
30-Pin-Anschluss bereitgestellte Strom nicht mehr aus und der Computer hing in einer Boot-Schleife.
</p>
<p>
Der dritte Versuch war dann die Verwendung einer USB-Soundkarte für unter 2 Euro aus China. Um die Ausgabe über die externe
Soundkarte zu erzwingen, wird der interne Chip auf die ALSA-Blacklist gesetzt (<a href="#bash-history">s. Bash History</a>).
Damit lief im Test mit angeschlossenen Kopfhörern zunächst alles wunderbar, sobald die Karte über den Adapter an den JBL
angeschlossen war, rausche und fiepste es auf einmal wieder. Auch ein Kürzen der Adapterkabel brachte keine Besserung. Nach
etwas Verzweiflung fiel auf, dass man Knacksen provozieren konnte, indem man im per SSH zum Raspi verbundenen Terminal eine
Taste drückte 0_o
</p>
<p>
Offensichtlich verursachte schon die Suche in der bash-History eine Spannugsänderung am Stromanschluss, die im 30-Pin-Adapter
als Störsignal auf den Soundanschluss überging. Sobald der Raspberry Pi über ein separates Netzteil versorgt wurde, war die
Ausgabe glasklar. Weil die Versorgung über den 30-Pin-Anschluss wesentlich eleganter als ein zusätzliches Netzteil ist,
versuchte ich noch, die Störsignale mit Kondensatoren zu filtern. Aber auch die <a
href="https://www.youtube.com/watch?v=mk61DNz27FI">hervorragende Erklärung von Blake Jaquot</a> brachte leider nicht das
gewünschte Ergebnis.
</p>
<p class="gallery">
<a href="fotos/2016-02-22 11-31-26_cut.jpg" class="fancybox" rel="Adapter-Kabel"><img
src="fotos/2016-02-22 11-31-26_cut.jpg" width="160"
alt="Der 30-Pin-Adapter wurde abisoliert bzw. die Verschalung aufgebrochen und das Audiokabel gekürzt." /></a>
<a href="fotos/2016-02-28 13-53-20_cut.jpg" class="fancybox" rel="Adapter-Kabel"><img
src="fotos/2016-02-28 13-53-20_cut.jpg" width="160"
alt="Der 3,5mm-AUX-Stecker wurde mit kürzeren Drähten neu angebracht, weil ich zunächst nicht sicher war, ob das Rauschen nicht einfach durch Einstreuungen von außen auf den ultra-dünnen und schlecht isolierten Kabeln verursacht wurde. Später kam am USB-Kabel dann noch ein 10-µF-Kondensater zum Filtern der Störspannung hinzu." /></a>
<a href="fotos/2016-02-28 13-54-57_cut.jpg" class="fancybox" rel="Adapter-Kabel"><img
src="fotos/2016-02-28 13-54-57_cut.jpg" width="160"
alt="Auf der Stecker-Seite sollte ein 0,1-µF-Kondensator dem Rauschen ein Ende bereiten. Leider ohne Erfolg." /></a>
<a href="fotos/2016-02-28 14-21-15_cut.jpg" class="fancybox" rel="Adapter-Kabel"><img
src="fotos/2016-02-28 14-21-15_cut.jpg" width="160"
alt="Am Ende wurde das ganze mit Polymorph wieder ordentlich verpackt. Dabei bekam der USB-Stecker auch wieder notwendigen 90-Winkel." /></a>
</p>
<p>Glücklicherweise war ich immerhin vorsichtig genug gewesen, im Gehäuse für genau so einen Fall eine Öffnung für Kabel
vorzusehen, so dass zumindest der Anschluss des Zusatz-Netzteils kein Problem war. Natürlich hätte man jetzt auch wieder die
Ausgabe per HDMI nutzen können, aber erstens war bei einer Hörprobe kein Unterschied festzustellen (vermutlich sind die
Audio-Chips in den Adaptern ohnehin die gleichen) und zweitens hoffe ich immer noch darauf, das Problem mit den Störsignalen
irgendwann lösen zu können.</p>
<p>
Zu guter letzt gab es dann noch ein Software-Problem. Manchmal hörte man beim Start eines Tracks statt Musik nur lautes
Rauschen. Sobald die Ausgabe einmal mit <code>mocp --toggle-pause</code> unterbrochen und neu gestartet wurde, ging es ganz
normal weiter. Abhilfe schaffte die Verwendung eines alternativen Soundsystems an Stelle von ALSA. Nachdem ich PulseAudio
installiert und <code>mocp</code> über den Adapter <code>padsp</code> gestartet hatte, hörte sich dann endlich alles an wie
gewünscht. (Um den etwas hässlichen Umweg über <code>padsp</code> zu vermeiden müsste man <code>mocp</code> mit <a
href="https://moc.daper.net/comment/5240#comment-5240">PulseAudio-Patch neu kompilieren</a>, das habe ich mir bisher gespart.)
</p>
<h2 id="einrichtung">System-Einrichtung</h2>
<p>Um den Samba-Share automatisch einzubinden, wird in <code>/etc/fstab</code> eine Zeile hinzugefügt:</p>
<pre>
//192.168.1.125/media /media/share cifs guest
</pre>
<p>
Damit auch das Steuer-Skript automatisch gestartet wird, muss <code>/etc/rc.local</code> ebenfalls um eine Zeile (vor <code>exit
0</code>) erweitert werden. Weil die SD-Karte im Raspi später schreibgeschützt werden soll, wird die Log-Ausgabe auf den Share
umgeleitet. Dort ist es im Alltag auch besser erreichbar.
</p>
<pre>
su pi -c 'python3 /home/pi/piplayer.py >> /media/share/piplayer.log 2>&1 &
</pre>
<p>Für die Einrichtung von WLAN, lirc und allen anderen Details hier noch einmal die bereinigte und kommentierte bash
History ab Installation von Raspbian Jessie Lite:</p>
<pre class="pre-scrollable" id="bash-history">
# Passwort ändern
passwd pi
# Partition auf SD-Karte vergrößern, Locales anpassen
sudo raspi-config
sudo apt-get update
dmesg
lsusb
sudo apt-get install iw
# WLAN installieren (Quelle: https://www.raspberrypi.org/documentation/configuration/wireless/wireless-cli.md)
# WLANs scannen
sudo iwlist wlan0 scan
sudo nano /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf
# # Eintrag:
# network={
# ssid="The_ESSID_from_earlier"
# psk="Your_wifi_password"
# }
sudo ifdown wlan0
sudo ifup wlan0
select-editor
sudo apt-get install ntp
sudo /etc/init.d/ntp restart
sudo nano /etc/ntp.conf
# # in /etc/ntp.conf Zeitserver ergänzen
# server de.pool.ntp.org
sudo /etc/init.d/ntp restart
date
sudo apt-get install lirc zbar-tools mc moc python3 python-rpi.gpio python3-rpi.gpio
sudo nano /boot/config.txt
# activate lirc and configure PINs by putting the following line in config.txt
# Quelle: https://github.com/raspberrypi/firmware/blob/master/boot/overlays/README
# dtoverlay=lirc-rpi,gpio_out_pin=22,gpio_in_pin=23
sudo reboot
# hiermit kann der Empfang der Fernbedienung getestet werden
mode2 -d /dev/lirc0
# Fernbedienung aufzeichen
sudo irrecord -d /dev/lirc0 ~/remote.conf
# Um die Ausgabe per USB-Soundkarte zu erzwingen, wird der interne Chip auf die ALSA-Blacklist gesetzt
# (Quelle: http://www.instructables.com/id/Use-USB-Sound-Card-in-Raspberry-Pi/?ALLSTEPS)
# create ALSA blacklist
sudo nano /etc/modprobe.d/alsa-blacklist.conf
# blacklist snd_bcm2835
sudo reboot
# check if driver has been loaded
lsmod | grep snd_usb_audio
# list devices
aplay -l
arecord -l
# test audio (funktioniert nicht mit allen Adaptern)
speaker-test -Dhw:1,0 -c2 -twav
# mocp einmal starten und server herunterfahren, um .moc in ~ anzulegen
mocp --server
mocp --exit
# Umstellung auf Pulseaudio, um ALSA-Ausraster (Noise/Crackling) zu vermeiden
# s. https://moc.daper.net/comment/4316#comment-4316
# (für die ganz saubere Lösung müsste man https://moc.daper.net/comment/5240#comment-5240 anwenden)
sudo apt-get install pulseaudio
nano ~/.moc/config
# # Use OSS for Pulseaudio compatibility (run 'padsp mocp')
# SoundDriver = OSS:ALSA:JACK
# Der moc Server muss jetzt im Skript über padsp gestartet werden, dann läuft alles über pulseaudio:
padsp mocp --server
# Einrichtung des Samba-Share vom Fileserver, auf dem die Musik liegt
# mount smb share
sudo mount -t cifs -o user=guest,password= //192.168.1.111/media /media/share
# Dauerhaft einbinden über Eintrag in /etc/fstab
//192.168.1.111/media /media/share cifs guest
# piplayer.py und Sound-Dateien nach /home/pi kopieren
# autostart for piplayer with log output redirection
# (siehe http://raspberrypi.stackexchange.com/questions/8169/run-startup-application-as-a-specific-user)
sudo nano /etc/rc.local
# ...
# su pi -c 'python3 /home/pi/piplayer.py >> /media/share/Audio/piplayer.log 2>&1 &'
# exit 0
# make logfile accessible (the script is run as pi, the share is accessed as nobody)
sudo touch /media/share/piplayer.log
sudo chmod 777 /media/share/piplayer.log
sudo reboot
# check if running after restart
ps -ef | grep python
# Tests mit QR-Code-Karten
tail -f piplayer.log
</pre>
<h2 id="qr-karten">Die QR-Code-Karten</h2>
<p class="gallery" style="padding-left: 1em; float: right;">
<a href="images/QR-Code-Vorlage.jpg" class="fancybox" rel="programme"><img
src="images/QR-Code-Vorlage.jpg" width="320"
alt="Die Dokumenten-Vorlage für die QR-Code-Karten." /></a><br/><br/>
<a href="images/QtQR.png" class="fancybox" rel="programme"><img
src="images/QtQR.png" width="320"
alt="Mit QtQR können die generierten QR-Codes überprüft werden. Das Programm kann Bilddateien einlesen oder von einer angeschlossenen Webcam scannen." /></a>
</p>
<p>Die <a href="QR-Code-Vorlage.odt">Vorlage für die QR-Code-Karten</a> sollte den Bastel-Aufwand möglichst gering halten. Schließlich müssen immer mal wieder
neue Karten auf die Schnelle nachprodiziert werden. Deshalb wurden die Karten als Streifen über die volle Breite einer
DIN-A4-Seite ausgelegt, so dass man pro Karte nur ein bis zwei Schnitte braucht. Der Streifen wird dann noch einmal gefaltet,
so dass der QR-Code auf der Unterseite für die Webcam im Gehäuse sichtbar ist, während man von oben das Album-Cover sehen kann.
Weil die Karte am Ende aber auch nicht zu labil sein soll, wird am besten auf Papier mit 160-200 g/m² Stärke ausgedruckt.</p>
<p>
Die Bilder mit den Codes lassen sich online mit <a href="http://goqr.me/">http://goqr.me/</a> oder im Terminal mit <code>qrencode</code>
erstellen. Für einen einzelnen Stream bspw. so:
</p>
<pre>
qrencode -s 6 -m 0 -l L -o Radio-Teddy.png "http://streams.ir-media-tec.com/radioteddy.mp3"
</pre>
<p>
Vor allem, wenn viele Codes auf einmal erstellt werden sollen, ist <code>qrencode</code> praktisch. Um Codes für alle
Verzeichnisse im Kindermusik-Ordner zu erstellen verwendet man einfach eine Schleife:
</p>
<pre>
cd /media/Audio/Kinder
for f in * ; do qrencode -s 6 -m 0 -l L -o "$f".png "$f"; done
</pre>
<p>
Weil das Encoding einem bei Umlauten und Sonderzeichen schnell in die Quere kommen kann, sollte man das Ergebnis vor dem Druck
evtl. noch einmal prüfen. Das kann man gut mit <code>QtQR</code> machen, das eine grafische Oberfläche für <code>zbar</code>
und <code>qrencode</code> bietet. Das angezeigte Ergebnis ist also das Selbe, das auch im Player ankommt.
</p>
<h2 id="todo-liste">Was noch zu tun ist</h2>
<p>
Auch wenn die Musikrakete bereits erfolgreich im Einsatz ist, gibt es natürlich noch das ein oder andere zu verbessern. So ist
die <strong>Bedienung per Fernbedienung zwar schon vorbereitet, aber das nötige Skript bisher noch nicht erstellt</strong>. Das liegt
hauptsächlich daran, dass die Fernbedienung im Alltag bisher noch nicht vermisst wurde - vielleicht kommt das ja noch. Die
Umsetzung ist aber denkbar einfach: Die mit <code>lirc</code> aufgezeichneten Tasten müssen nur mit Befehlen für den <code>moc</code>-Server
hinterlegt werden.
</p>
<p>Die größte noch verbliebene Kinderkrankeit ist, dass <strong>die Verbindung zum Samba-Share ab und an hängt</strong>. Dann wird der
QR-Code zwar erfolgreich gescannt, bis die mp3-Dateien hinzugefügt sind und das Playback startet vergeheb dann aber eine oder
zwei Minuten. Eventuell liegt das an einer &bdquo;eingeschlafenen&ldquo; Verbindung. Das kommt zum Glück aber nicht allzu häufig vor und
sollte sich auch noch lösen lassen.</p>
<p>
Die größte noch geplante Anpassung ist die <strong>Umstellung der Raspbian-Installation auf <em>read-only</em></strong>. Dadurch wird die SD-Karte
geschont und der Player wird immun gegen plötzlichen Verlust der Stromversorgung. Bis jetzt muss der Player vor dem Ausschalten
noch per SSH heruntergefahren werden. Für die Umstellung habe ich eine vielversprechende Anleitung im <a
href="http://raspberrycenter.de">raspberrycenter.de</a>, die zuletzt aber nur noch über <a
href="https://web.archive.org/web/20131206073506/http://raspberrycenter.de/forum/umruestung-raspberry-pi-read-only-root-filesystem">archive.org
zu finden war</a>. Einen <a href="https://kofler.info/raspbian-lite-fuer-den-read-only-betrieb/">etwas radikaleren Ansatz
findet man bei Michael Kofler</a>. Auch dieser Punkt sollte jedenfalls lösbar sein.
</p>
<p>Der letzte Wermutstropfen ist die oben erwähnte zusätzliche Stromversorgung. Wenn sich doch noch ein Weg finden sollte,
<strong>den Raspberry Pi über den 30-Pin-Anschluss mit Strom zu versorgen</strong>, würde es mich freuen. Grundsätzlich geht es da aber eher um
die Ingenieurs-Ästhetik - im täglichen Einsatz macht das zusätzliche Netzteil keinen großen Unterschied.</p>
</div>
</body>
</html>